Festgeldzinsen aktuell: Zinsentwicklung und Prognose
Wer Festgeld anlegen will, stellt sich zwei Fragen: Was gibt es aktuell – und ist jetzt ein guter Zeitpunkt? Diese Seite liefert beides: die wichtigsten Zahlen zum aktuellen Zinsniveau, die Entwicklung der Festgeldzinsen seit 2022 auf Basis der Bundesbank-Statistik, die jüngsten EZB-Entscheidungen und einen Überblick, was Notenbank, Märkte und Ökonomen derzeit erwarten. Wir aktualisieren die Seite fortlaufend. Eigene Zinsprognosen stellen wir bewusst nicht auf – und dieser Beitrag ist keine Anlageberatung.
Festgeldzinsen aktuell: die wichtigsten Zahlen
Stand: August 2026
- Top-Festgeldzins 1 Jahr: 3,15 % p. a.
- Top-Festgeldzins 2 Jahre: 3,30 % p. a.
- Top-Festgeldzins 3 Jahre: 3,45 % p. a.
- EZB-Einlagensatz: 2,25 % (seit 17.06.2026)
- Nächster EZB-Zinsentscheid: 10. September 2026
Die Top-Zinsen stammen aus unserem laufend gepflegten Festgeld-Vergleich; Spitzenreiter über alle drei Laufzeiten ist derzeit Crédit Agricole (Stand: August 2026).
Zur Einordnung: Der Marktdurchschnitt liegt deutlich unter den Top-Angeboten. Nach der MFI-Zinsstatistik der Deutschen Bundesbank verzinsten deutsche Banken neues Festgeld privater Haushalte mit Laufzeit bis zu einem Jahr zuletzt im Schnitt mit 2,16 Prozent (Juni 2026, vorläufiger Wert). Wer nur das Angebot der eigenen Hausbank kennt, unterschätzt also leicht, was am Markt möglich ist.
So haben sich die Festgeldzinsen entwickelt
Die Entwicklung seit 2022 lässt sich an der Zinsstatistik der Bundesbank ablesen – erfasst ist das Neugeschäft privater Haushalte bei Einlagen mit vereinbarter Laufzeit bis zu einem Jahr, also das typische kurzlaufende Festgeld über alle Banken hinweg:
| Monat | Durchschnittszins Festgeld bis 1 Jahr |
|---|---|
| Januar 2022 | 0,11 % |
| Dezember 2022 | 1,53 % |
| Juni 2023 | 2,78 % |
| November 2023 (Hochpunkt) | 3,46 % |
| Juni 2024 | 3,11 % |
| Dezember 2024 | 2,48 % |
| Juli 2025 (Tiefpunkt) | 1,73 % |
| Dezember 2025 | 1,79 % |
| März 2026 | 1,89 % |
| Juni 2026 (vorläufig) | 2,16 % |
Quelle: Deutsche Bundesbank, MFI-Zinsstatistik, Effektivzinssätze Neugeschäft, Einlagen privater Haushalte mit vereinbarter Laufzeit bis 1 Jahr (Zeitreihe SUD102); Stand der Reihe: 31.07.2026.
Die Kurve erzählt drei Kapitel. Erstens der steile Anstieg: Anfang 2022 lagen die Festgeldzinsen praktisch bei null; mit der Zinswende der EZB kletterten sie binnen anderthalb Jahren auf den Hochpunkt von 3,46 Prozent im November 2023. Zweitens der Rückgang: Mit den acht Leitzinssenkungen ab Mitte 2024 fielen auch die Festgeldzinsen kontinuierlich, bis zum Tiefpunkt von 1,73 Prozent im Juli 2025. Drittens die aktuelle Wende: Seit die Inflation im Euroraum wieder angezogen hat und die EZB im Juni 2026 erstmals seit 2023 die Zinsen erhöhte, steigen auch die Festgeldzinsen wieder – von 1,73 auf zuletzt 2,16 Prozent im Schnitt. Die Banken vollziehen die Geldpolitik dabei stets mit etwas Verzögerung und in abgeschwächter Form nach.
Bemerkenswert ist auch das Verhältnis der Laufzeiten zueinander. Auf dem Zinshochpunkt 2023 zahlten viele Banken für kurze Laufzeiten mehr als für lange – der Markt rechnete bereits mit sinkenden Zinsen. Aktuell ist es umgekehrt: Zwei- und dreijähriges Festgeld wird wieder höher verzinst als einjähriges, wie auch die Top-Angebote in der Stand-Box zeigen. In den Konditionen für lange Laufzeiten steckt immer die Zinserwartung des Marktes – sie sind damit ein nützlicher Indikator dafür, womit die Banken selbst kalkulieren.
Was die EZB zuletzt entschieden hat
Der wichtigste Taktgeber für Festgeldzinsen ist der Einlagensatz der Europäischen Zentralbank. Die jüngere Chronik:
| Wirksam ab | Einlagensatz | Entscheidung |
|---|---|---|
| 18.12.2024 | 3,00 % | Senkung |
| 05.02.2025 | 2,75 % | Senkung |
| 12.03.2025 | 2,50 % | Senkung |
| 23.04.2025 | 2,25 % | Senkung |
| 11.06.2025 | 2,00 % | Senkung (letzte von acht seit Mitte 2024) |
| 17.06.2026 | 2,25 % | Erhöhung um 25 Basispunkte – die erste seit 2023 |
| 23.07.2026 | 2,25 % | unverändert (Zinspause) |
Quellen: EZB (Leitzins-Übersicht, ecb.europa.eu), LBBW-Research-Überblick vom 28.08.2026. Der Hauptrefinanzierungssatz liegt derzeit bei 2,40 Prozent.
Hintergrund der Kehrtwende im Juni 2026 war ein erneuter Inflationsschub im Euroraum auf zuletzt über 3 Prozent, ausgelöst unter anderem durch geopolitische Verwerfungen und gestiegene Energiepreise. Im Juli beließ der EZB-Rat die Sätze zunächst unverändert und machte weitere Schritte ausdrücklich von den eingehenden Daten abhängig.
Wichtig für das Verständnis: Festgeldzinsen folgen dem Einlagensatz nicht eins zu eins und nicht erst am Tag der Entscheidung. Da der Zins über die gesamte Laufzeit gilt, preisen Banken ihre Erwartung an den künftigen Zinspfad schon vorab in die Konditionen ein – Festgeldzinsen bewegen sich deshalb oft bereits Wochen vor einem erwarteten EZB-Schritt. Beim Tagesgeld ist der Zusammenhang direkter, weil der variable Zins jederzeit angepasst werden kann. Wer die Chronik oben mit der Bundesbank-Tabelle vergleicht, sieht genau dieses Muster: Die Festgeldzinsen drehten jeweils früher als der Leitzins.
Zinsprognose: Was Experten erwarten
Eine ehrliche Vorbemerkung: Niemand kann die Zinsentwicklung sicher vorhersagen – auch wir nicht. Was sich aber sammeln lässt, sind die dokumentierten Erwartungen derer, die sich professionell damit befassen. Der Stand vor der EZB-Sitzung am 10. September 2026:
- Eurosystem-Projektionen (EZB, Juni 2026): Die Fachleute des Eurosystems erwarten im Basisszenario eine Inflation von 3,0 Prozent für 2026, 2,3 Prozent für 2027 und 2,0 Prozent für 2028 – für 2026 und 2027 wurden die Aussichten gegenüber März nach oben korrigiert. Solange die Inflation über dem 2-Prozent-Ziel liegt, spricht das aus Sicht der Notenbank eher gegen schnelle Zinssenkungen.
- Reuters-Umfrage (Juni 2026): 49 von 80 befragten Volkswirten erwarteten im weiteren Jahresverlauf mindestens zwei zusätzliche Zinserhöhungen.
- Bloomberg-Umfrage (Mai 2026): Auch hier lautete die Mehrheitserwartung, die EZB werde die Zinsen 2026 insgesamt zweimal anheben – als Reaktion auf den Inflationsschub infolge der Iran-Krise.
- LBBW Research (28.08.2026): Die Ökonomen der LBBW halten eine weitere Erhöhung um 25 Basispunkte für wahrscheinlich, falls die vor der September-Sitzung anstehenden Daten zu Inflation, Wachstum und Löhnen die Einschätzung überwiegender Aufwärtsrisiken bestätigen – verweisen aber ausdrücklich auf die Unsicherheit rund um die Lage am Persischen Golf.
Zusammengefasst: Die dokumentierten Erwartungen deuten derzeit mehrheitlich auf stabile bis leicht steigende Leitzinsen im weiteren Jahresverlauf – mit ausdrücklichen Vorbehalten. Ob es so kommt, entscheidet sich Sitzung für Sitzung; die nächsten Termine sind der 10. September, der 29. Oktober und der 17. Dezember 2026 (Quelle: LBBW, Stand 28.08.2026).
Wann steigen die Zinsen für Festgeld wieder?
Die kurze Antwort: Sie steigen bereits wieder – moderat. Laut Bundesbank-Statistik ist der durchschnittliche Festgeldzins (bis 1 Jahr) vom Tiefpunkt bei 1,73 Prozent im Juli 2025 auf 2,16 Prozent im Juni 2026 geklettert, nachdem die EZB im Juni 2026 erstmals seit 2023 den Leitzins angehoben hat. Ob und wie weit es weiter nach oben geht, hängt von den kommenden EZB-Entscheidungen ab und lässt sich nicht sicher vorhersagen – die oben dokumentierten Umfragen unter Ökonomen (Reuters, Bloomberg) sahen zuletzt mehrheitlich Spielraum für weitere Erhöhungen im Jahresverlauf 2026, sofern die Inflation erhöht bleibt.
Was das jetzt für Sparer bedeutet
Unabhängig davon, welches Szenario eintritt, lassen sich aus der Zinsmechanik drei nüchterne Schlüsse ziehen. Erstens: Der Festgeldzins wird bei Abschluss festgeschrieben. Wer heute anlegt, sichert sich das aktuelle Niveau für die gesamte Laufzeit – das schützt vor späteren Zinssenkungen, heißt im Gegenzug aber auch, dass man von späteren Zinserhöhungen nicht profitiert. Diese Abwägung lässt sich nicht wegdiskutieren, nur bewusst treffen.
Zweitens: Wer sich nicht auf ein Zinsszenario festlegen möchte, muss es auch nicht. Mit einer Zinstreppe wird der Anlagebetrag auf mehrere Laufzeiten verteilt – etwa ein, zwei und drei Jahre –, sodass jedes Jahr eine Tranche frei wird und zum dann gültigen Zinsniveau neu angelegt werden kann. Wie das im Zusammenspiel mit dem täglich verfügbaren Notgroschen funktioniert, zeigt unser Beitrag Festgeld oder Tagesgeld.
Drittens: Der Abstand zwischen Marktdurchschnitt (2,16 Prozent) und Top-Angeboten (3,15 Prozent für ein Jahr) ist derzeit rund ein Prozentpunkt – der Anbietervergleich bringt also aktuell mehr als das Warten auf den perfekten Einstiegszeitpunkt. Innerhalb der gesetzlichen Einlagensicherung von 100.000 Euro pro Kunde und Bank ist der Wechsel zum besser verzinsten Anbieter dabei ohne Sicherheitsnachteil möglich.
Ein praktischer Hinweis noch für alle, deren Festgeld demnächst fällig wird: Prüfen Sie die Konditionen zum Laufzeitende aktiv, statt automatisch zu verlängern. Manche Produkte – etwa Sparformen mit automatischer Prolongation – laufen sonst zum dann gültigen, oft niedrigeren Standardzins weiter. Gerade in einer Phase, in der sich das Zinsniveau bewegt, ist der Moment der Fälligkeit der beste Zeitpunkt für einen neuen Vergleich.
Häufige Fragen zur Zinsentwicklung
Wie entwickeln sich die Zinsen gerade?
Seit der EZB-Zinserhöhung im Juni 2026 zeigen die Festgeldzinsen leicht nach oben: Der Bundesbank-Durchschnitt für einjähriges Festgeld stieg von 1,73 Prozent (Juli 2025) auf 2,16 Prozent (Juni 2026, vorläufig). Top-Angebote liegen bei 3,15 bis 3,45 Prozent je nach Laufzeit (Stand: August 2026).
Wie hoch waren die Festgeldzinsen auf dem Höhepunkt?
Im November 2023 erreichte der Durchschnittszins für neues Festgeld bis ein Jahr Laufzeit mit 3,46 Prozent seinen Höchststand der jüngeren Zinsphase (Quelle: Bundesbank, MFI-Zinsstatistik). Anfang 2022 hatte er noch bei 0,11 Prozent gelegen.
Lohnt es sich, mit dem Festgeld auf höhere Zinsen zu warten?
Das weiß niemand im Voraus – Warten ist eine Wette auf steigende Zinsen, Abschließen sichert das heutige Niveau. Wer sich nicht festlegen will, verteilt den Betrag per Zinstreppe auf mehrere Laufzeiten und parkt den wartenden Teil verzinst auf dem Tagesgeldkonto, statt ihn unverzinst liegen zu lassen.
Wann ist der nächste EZB-Zinsentscheid?
Der nächste Zinsentscheid des EZB-Rats fällt am 10. September 2026; danach folgen die Sitzungen am 29. Oktober und 17. Dezember 2026. Die Entscheidung wird jeweils am frühen Nachmittag veröffentlicht, anschließend folgt die Pressekonferenz der EZB-Präsidentin.
Alle Angaben Stand: August 2026 (Details siehe jeweilige Abschnitte). Quellen: EZB (ecb.europa.eu), Deutsche Bundesbank (MFI-Zinsstatistik, Zeitreihe SUD102, Stand 31.07.2026), LBBW Research (28.08.2026), Reuters-/Bloomberg-Umfragen (Juni/Mai 2026), eigene Anbieterdaten von festgeldexperte.com. Alle Angaben ohne Gewähr; keine Anlageberatung, keine eigene Zinsprognose.